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Mittwoch, 10. Juni 2015 09:10 Uhr

Ist das Straßentheater in Holzminden noch tragbar? Große Bedenken durchziehen den Kulturausschuss Ist das Straßentheater in Holzminden noch tragbar? Große Bedenken durchziehen den Kulturausschuss

Holzminden (kp). „Wir haben die Grenzen unserer Belastbarkeit weit überschritten!“, sagte Martina Kästner vom Kulturamt Holzminden und sprach dabei für alle Beteiligten, die für die Organisation und Umsetzung des diesjährigen Straßentheaters verantwortlich waren. Eigentlich war vorgesehen, die schönen Bilder des vergangenen Pfingstwochenendes im Rahmen des Ausschusses für Kultur und Tourismus Revue passieren zu lassen, als sich plötzlich die Emotionen der Projektleiterin des Straßentheaters entluden.

Neben all den schönen Bildern sei es parallel zu massiven Problemen während des Festivals gekommen, die so weit gingen, dass vor allem die Sicherheit der Artisten und Schauspieler nicht mehr gewährleistet werden könne und das ganze dreitägige Theaterfest in einem solchen Rahmen nicht mehr zu erhalten wäre.

Allen voran sei die Situation bei den Absperrungen immer wieder aus dem Ruder gelaufen. Anwohner hätten Absperrungen und Parkverbote bewusst ignoriert, Barken, Poller und Markierungen abgerissen oder niedergefahren und Mitarbeiter aufs Übelste beschimpft. Dabei seien sie teilweise mit ihren Autos unmittelbar in Aufführungen geplatzt. „So geht es nicht weiter“ und „wir sind alle überfordert“, wurden in diesem Zusammenhang immer wieder geäußert.

Die Problematik der Sicherheit auf so einem großangelegten Fest mit bis zu 50.000 Besuchern ist in der Tat vorhanden. Die Stadt hatte während der gesamten Tage lediglich vier Polizisten einsatzbereit, von denen lediglich immer nur zwei das Geschehen auf den Plätzen beobachteten, um sich anschließend abzuwechseln.

Zudem seien nach der Katastrophe der Love-Parade in Duisburg die rechtlichen Bestimmungen für solche Feste derart explodiert, dass die Verantwortlichen diese in dieser Form nicht mehr einhalten könnten. Man sei viel zu unterbesetzt, sei es die Anzahl der anwesenden Polizisten, der Ordnungsämter oder der Möglichkeiten, den rechtlichen Anforderungen ansatzweise gerecht zu werden. Dabei geht es schon um vermeintliche Kleinigkeiten, wie der Lautstärkeregelung: Einige Künstler seien auf musikalische Unterstützung angewiesen, dennoch dürfe eine gewisse Dezibel-Bestimmung nicht außer Acht gelassen werden, um einen solchen Auftritt möglich zu machen.

„Wir haben nach Duisburg eine Latte an Verordnungen bekommen, die wir nicht mehr einhalten können!“ Man hätte sich schon in diesem Jahr darüber hinweggesetzt und die Verantwortung übernommen, die aber so immens groß sei, dass sie die Zukunft des Straßentheaters zumindest in der Form, wie wir es kennengelernt haben erst einmal infrage stellt.

„Wenn wir das Straßentheater erhalten wollen, müssen wir es zusammen auf den Weg bringen!“, hieß es von den anderen Ausschussvertretern. Es müsse in den kommenden zwei Jahren ein Konzept erstellt werden, wie vor allem die Notwendigkeiten für ein Fest 2017 beschafft werden können. Wo könnte weniger ausgegeben werden, um am Ende mehr Geld für die Gewährleistung der Sicherheit eines solchen Festes zu haben?

Alle Ausschussmitglieder betonten, wie wichtig ihnen die Erhaltung des Straßentheaters in Holzminden sei und was für ein Aushängeschild es über die Landesgrenzen hinweg für die Stadt darstellen würde. Abwarten, wie hoch das Engagement ist, die Probleme in den nächsten zwei Jahren rechtzeitig und adäquat zu bewältigen.

Foto: kp

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